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Dienstag, 27. Juni 2017

Frage...

Wieso gibt es Deutschland?
(Lola, 9 Jahre)

...Antwort

Die Wurzeln des Staates, der sich seit 1949 Bundesrepublik Deutschland nennt, liegen im ersten Jahrtausend nach Christi Geburt. Während der Zeit der Völkerwanderung ab dem Jahr 395 bildeten sich auf dem Gebiet des heutigen Deutschland mehrere größere Stammesverbände heraus: die Franken und Alemannen im Westen, die Sachsen im Norden, die Bayern im Süden und Thüringer im Osten. Auf dem Gebiet des heutigen Frankreich bildete sich unter den Dynastien der Merowinger und Karolinger das Fränkische Reich.

Die deutschen Stämme wurden durch Karl den Großen mit dem Fränkischen Reich vereinigt. Die Einheit dieses Reiches währte jedoch nicht lange: Streitigkeiten unter den Nachfolgern Karls des Großen bewirkten 843 im Vertrag von Verdun die Dreiteilung des Reiches in das Ostfrankenreich unter König Ludwig Germanicus (später: „dem Deutschen“), das Westfrankenreich unter König Karl dem Kahlen und dem zwischen ihnen liegenden Königreich Lothars I., das den Namen Lotharingien erhielt. Nach dieser vorrübergehenden Dreiteilung des Fränkischen Reiches konnte es Karl III. 885-887 noch einmal vereinigen. Nach seiner Absetzung verselbständigten sich das Westfränkische und das Ostfränkische Reich, ferner Burgund und Italien endgültig. Aus dem Ostfrankenreich wurde im Laufe der Jahrhunderte das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, aus dem Westfrankenreich wurde Frankreich.

Als traditioneller Beginn der deutschen staatlichen Tradition wird oft der 2. Februar 962 angesehen, an dem König Otto I. in Rom zum römisch-deutschen Kaiser gekrönt wurde.