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Dienstag, 30. Mai 2017

Frage...

Auf welchen Volksstamm geht das Wappen von Niedersachsen zurück?
(Pia Lena, 10 Jahre)

...Antwort

Die welfischen Herrscher im Gebiet des heutigen Niedersachsens haben im Jahre 1361 erstmals ein nach rechts schreitendes Pferd in ihr Siegel aufgenommen. Chroniken des ausgehenden Mittelalters haben die in der damaligen Volksmeinung verbreitete sagenhafte Überlieferung verfestigt, das Pferd habe bereits als Wappentier des sächsischen Stammesherzogs Widukind (743-807) gedient. Das weiße Ross im Roten Schild fand später Aufnahme in die variierenden Formen der Wappen und Siegel der von den verschiedenen Fürsten und Herrscherlinien des im Gebiet des heutigen Niedersachsen ansässigen Welfenhauses. 1881 wurde das silberne Ross im roten Schild als Wappen der preußischen Provinz Hannover festgelegt, dem Nachfolgestaat des 1866 von Preußen annektierten welfischen Königreichs Hannover. Schließlich war das weiße Pferd in rotem Feld seit 1922 auch alleiniges Wappenzeichen des aus der welfischen Nebenlinie Braunschweig-Wolfenbüttel hervorgegangenen Freistaates Braunschweig, der ebenso wie die Provinz Hannover im heutigen Land Niedersachsen aufgegangen ist. Als das Land Niedersachsen vor gut 60 Jahren 1946 gegründet wurde, übernahm der damalige Ministerpräsident Hinrich Wilhelm Kopf das Sachsenross mit der ehemaligen Hannoverschen Provinzialflagge als Hausflagge der Staatskanzlei (Weißes Ross auf rotem Flaggentuch). Mit der Verabschiedung der Vorläufigen Niedersächsischen Landesverfassung 1951 und des Gesetzes über Wappen, Flaggen und Siegel des Landes Niedersachsen 1952 wurde die heute geltende Regelung festgeschrieben.