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Dienstag, 25. Juli 2017

Frage...

Warum heißt Deutschland eigentlich Deutschland?
(Yasin, 10 Jahre)

...Antwort

Bis ins 8. Jahrhundert hinein sprachen die Franken (ein germanischer Großstamm in Mitteleuropa), wenn sie ihre eigene germanische Sprache bezeichneten, von ihr als "frengisk", also fränkisch. Als aber die Franken ihr politisches und kulturelles Zentrum ins Gebiet des heutigen Frankreich verlagerten, verlor dort der Begriff "frengisk" seine Eindeutigkeit, da in diesem Gebiet manche Franken lateinisch, manche „Bauernlatein“ („rusticam romanam“, das spätere Französisch) und manche die germanische Sprache sprachen. So musste ein neues Wort gefunden werden, das diese Sprache eindeutig abgrenzte. Es entwickelte sich aus dem germanischen Wort "theoda" ("Volk") mit der aus dem Lateinischen stammenden Endung "-iscus".
Der Begriff "theodiscus" bezeichnet also diejenigen, die die Volkssprache sprechen, im Gegensatz zu denen, die des Lateinischen mächtig waren. Das Wort "deutsch" ist also anfangs eine Fremdbezeichnung aus der Perspektive von Lateinschreibenden und/oder Vulgärlatein Sprechenden gewesen. In die Sprache des Volkes, das im ostfränkischen Teil des Frankenreichs lebte, aus dem sich später "Deutsch"-Land, also deutschsprachiges Land entwickelte, ist diese Bezeichnung dann als "diutsch" (althochdeutsch), "düdesch" (niederdeutsch), "teutsch" (hochdeutsch) eingesickert.

Die Teilung des Frankenreichs im Vertrag von Verdun 843 in einen west- und einen ostfränkischen Teil, aus denen sich später die Staaten Frankreich und Deutschland entwickelten, richtete sich im Wesentlichen an dieser Sprachgrenze aus.