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Sonntag, 30. April 2017

Geschichte des Landes Niedersachsen

Eigentlich ist das Land Niedersachsen noch ziemlich jung – erst vor 70 Jahren wurde es am 1. November 1946 gegründet. Das bedeutet aber nicht, dass das Land keine Geschichte hat.

Schon im 3. Jahrhundert kamen die ersten Menschen in das Gebiet, das heute Niedersachsen heißt, um hier zu leben. Diese Siedler gehörten zum germanischen Volksstamm der Sachsen. Daher hat Niedersachsen auch seinen Namen und das Wappen mit dem weißen Pferd.

Am Ende des 8. Jahrhunderts, im Jahr 772 nach Christus, gab es einen Krieg. Die Franken griffen die Sachsen an, weil sie das Gebiet auf dem die Sachsen lebten, für ihr eigenes Reich haben wollten.

Das Fränkische Reich war viel größer als Deutschland heute. Es erstreckte sich damals über Frankreich, große Teile Italiens und Teile des heutigen Deutschlands. Die Sachsen wehrten sich so gut sie konnten gegen die Angreifer. Doch nach zwei verlorenen Kämpfen mussten sie sich geschlagen geben. Nachdem die Sachsen den Krieg verloren hatten, ließ sich der sächsische Anführer, der Edle Widukind, von der katholischen Kirche taufen. Damit zeigte Widukind allen Menschen, dass die Sachsen verloren hatten. Wieso eine Taufe ein Zeichen der Niederlage ist, fragst du dich? Die Sieger aus dem fränkischen Reich waren Christen. Die Sachsen zeigten ihnen durch die Taufe, dass sie sich den fränkischen Werten unterwarfen.

Nachdem der Anführer Widukind dem christlichen Glauben beigetreten war, traten auch immer mehr Sachsen in die Kirche ein - das nennt man Christianisierung.

Karte der Ausdehnung des Fränkischen Reichs 481 bis 814 © Historical Atlas by William R. Shepherd
Karte der Ausdehnung des Fränkischen Reichs 481 bis 814

Nun kam es, dass der fränkische König verstarb. Seine drei Enkelsöhne erbten das Frankenreich, und somit auch Sachsen. Damit sich die drei neuen Herrscher einig wurden, teilten sie das Reich im Jahre 843 in drei neue Reiche: das Westfrankenreich, Lotharingien und das Ostfränkische Reich. 

Im ostfränkischen Teilreich, dem Gebiet des späteren Deutschland, lebten viele verschiedene Stämme. Die Bayern, Alemannen und (Ost)Franken verstanden sich gut mit den Sachsen. Im Jahr 919 wurde sogar der sächsische Herzog Heinrich I. zum König über das Ostfränkische Reich gewählt. Mehr als 100 Jahre herrschten hier die Sachsenkönige.

Im 11. und 12. Jahrhundert beherrschten etwa 40 mächtige Familien und die Bischöfe das Gebiet der Sachsen. Eine dieser Familien waren die Welfen. 1235 bekam die Welfen-Familie von Kaiser Friedrich II. das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg. Neben den Welfen hatten im heutigen Niedersachsen vor allem die Oldenburger Grafen und die Bischöfe von Hildesheim und Osnabrück und der Erzbischof von Bremen das Sagen. Im 14 Jahrhundert sprach man erstmals von dem Gebiet „Niedersachsen“.

Bisher waren alle Menschen im heutigen Niedersachsen Katholiken. Anfang des 16. Jahrhunderts hörten die Menschen aber von Martin Luther. Der hatte neue Ideen über den christlichen Glauben und fand schnell neue Anhänger. Heutzutage nennen wir diesen Glauben evangelisch-lutherisch. Es kam zum Streit zwischen Menschen, die nach dem neuen, evangelischen und Menschen, die nach dem alten, katholischen Glauben lebten. Die beiden Gruppen führten einen Krieg, der 30 Jahre dauerte. Deshalb nennt man ihn auch den „Dreißigjährigen Krieg“. 1648 schlossen die beiden verfeindeten Parteien endlich Frieden.

In der Zeit zwischen 1803 und 1806 besetzte Frankreich unter der Führung des berühmten Kaisers Napoleon viele deutsche Staaten. Als Napoleon 1815 besiegt wurde, beschlossen die deutschen Länder ihre Macht neu zu verteilen. Das Königreich Hannover wurde jetzt ein Teil des „Deutschen Bundes“. Das war ein Bündnis vieler kleiner deutscher Staaten.

Im heutigen Niedersachsen gab es nun vier kleine Staaten: Hannover, Oldenburg, Braunschweig und Schaumburg-Lippe.

Niedersachsen nach dem Wiener Kongress

Als der „Deutsche Bund“ im Deutschen Krieg von 1866 dem Königreich Preußen unterlag, wurde neben anderen bis dahin selbständigen Staaten das Königreich Hannover von Preußen besetzt und als preußische Provinz dem siegreichen Staat eingegliedert.

Bestimmt hast du schon einmal gehört, dass Deutschland von 1939 bis 1945 einen furchtbaren Krieg geführt hat, in dem viele Menschen gestorben sind. Weil so viele Länder beteiligt waren, nennt man diesen Krieg den Zweiten Weltkrieg.

Große Teile des Landes wurden durch den Krieg zerstört. Am 8. Mai 1945 gab sich Deutschland geschlagen – dies wird bedingungslose Kapitulation genannt. Die Kriegsgegner Deutschlands,  die USA, Russland, Großbritannien und Frankreich, werden die Alliierten genannt, weil sie sich im Kampf gegen Deutschland zusammengeschlossen haben. Nach der Kapitulation wurde das Land zwischen den vier Siegern aufgeteilt. Diese vier Teile hießen Besatzungszonen.

Das heutige Niedersachsen wurde Teil der britische Besatzungszone. Am 1. November 1946 wurde das Land Niedersachsen offiziell gegründet, indem die britische Militärregierung die Zusammenfassung der Länder Hannover, Oldenburg, Braunschweig und Schaumburg-Lippe zu einem neuen Land Niedersachsen anordnete.